Was ist ein ND-Filter und wozu nutze ich ihn

Was ein ND-Filter ist und wozu ich ihn am häufigsten verwende, werde ich dir in diesem Beitrag erklären. Außerdem zeige ich dir anhand einer Tabelle wie du ihn richtig einsetzen kannst und welcher Neutraldichtefilter der richtige für dein Objektiv ist. 

Haida Slim ND-Filter 3.0 1000x 77mm

Was ist überhaupt ein ND-Filter?

Einfach erklärt, ist ein ND-Filter (neutrale Dichte Filter) oder auch Neutralfilter genannt, dazu da, um bei hellem Umgebungs- oder Tageslicht, längere Belichtungszeiten deiner Kamera zu ermöglichen, ohne das Bild überzubelichten.

 

Zu vergleichen ist dies etwa mit einer Sonnenbrille vor dem menschlichen Auge.

Wenn du z.B. ohne Sonnenbrille in eine leuchtende Taschenlampe schaust, erkennst du nur einen hellen Fleck. Das Bild ist quasi ausgebrannt (bitte nicht nachmachen, den Effekt sollte aber jeder kennen).

Setzt du dir aber eine Sonnenbrille auf - bei der Kamera wäre das dann der ND-Filter - kannst du zum einen länger in die Kamera schauen und zum anderen erkennst du viel mehr um deine Lichtquelle herum und das, obwohl die Lichtquelle gleich geblieben ist. Du ziehst deiner Kamera quasi eine Sonnenbrille auf.

 

Wozu nutze ich einen Neutralfilter?

Es gibt diverse Möglichkeiten, um dieses kleine, aber mächtige Accessoire an deiner Kamera zu nutzen und es ist meiner Meinung nach Pflicht für jeden Landschafts- oder Architekturfotografen.

Im Folgenden möchte ich auf 3 Situationen eingehen, in denen dieser Filter bei mir am häufigsten zum Einsatz kommt:

1.) Wasser glätten

In Situationen, in denen ich bei Tageslicht Wasser glätten  und dadurch "ruhiger" gestalten möchte, nutze ich einen Neutralfilter.

Müllerthal in Luxemburg, ohne ND-FIlter

ISO 100, 16mm, f9, 1/60s Verschlusszeit

 

Müllerthal in Luxemburg, mit ND-Filter

ISO 100, 16mm, f9, 30s Verschlusszeit

 

 


2.) Wolken ziehen

Wenn ich in einem Bild Wolken "ziehen" bzw. leicht verwischen möchte, um diesen Bewegung einzuhauchen, brauche ich einen ND-Filter.

Die Skyline von Manhattan, ohne ND-Filter

ISO 100, 16mm, f13, 1/5s Verschlusszeit

 

 

Die Skyline von Manhattan, mit ND-Filter

ISO 100, 16mm, f13, 165s Verschlusszeit

 

 

 


3.) Menschen verschwinden lassen

Menschen verschwinden lassen? Ja genau, du hast richtig gelesen. Ich bin zwar kein Zauberer, aber man fühlt sich trotzdem ein wenig so.

Stehst du z.B. an einem Objekt, vor dem permanent Menschen unterwegs sind, du aber unbedingt ein Foto ohne diese "Störenfriede" haben möchtest (jeder Fotograf kennt sie ;D), empfehle ich dir einen Neutralfilter.

Damit kannst du Menschen schon beim Fotografieren wegretuschieren, vorausgesetzt sie sind in Bewegung.

Der *RucksackindieMittewerfTrick* funktioniert hier immer! Spass bei Seite ;)

Semperoper in Dresden

ISO100, 14mm, f9, 9s Verschlusszeit

Semperoper in Dresden

ISO100, 14mm, f9, 25s Verschlusszeit


Semperoper in Dresen

ISO100, 14mm, f9, 36s Verschlusszeit


 

Hier habe ich gezeigt, wie durch den Einsatz verschieden starker Neutralfilter die Belichtungszeit bei gleichbleibender Blende erhöht und somit die Menschen immer mehr wegretuschiert werden können.

 

 

Wie setze ich einen ND-Filter richtig ein

Anhand der folgenden Tabelle gebe ich dir ziemlich genaue Anhaltspunkte für eine optimale Belichtungszeit mit dem jeweiligen Filter. 

Ermittle deine Belichtungszeit ohne Filter (links in der Tabelle), überlege dir wie lange du belichten möchtest und wähle dann den entsprechenden Filter aus. Erschreckend einfach, probier es aus!

 

Welcher Filter passt auf dein Objektiv

Theoretisch ist es ganz einfach: Der Durchmesser deines Filters muss gleich mit dem Innendurchmesser deines Objektives sein. Diesen kannst du in den häufigsten Fällen auf der Innenseite deines Objektivdeckels ablesen.

 

Möchtest du deine Filter an mehreren Objektiven mit verschiedenen Durchmessern nutzen, musst du natürlich nicht für jedes Objektiv einen neuen kaufen. Hier empfehle ich dir sogenannte Adapterringe.

Finde heraus, welches deiner Objektive den größten Innendurchmesser (in meinem Fall sind es 77mm) hat und kaufe dir dafür die passenden Filter. (ob ND-Filter, Polfilter, ... hier kannst du alles adaptieren, was du normalerweise an dein Objektiv schraubst).

Jedes andere Objektiv mit kleinerem Innengewinde kannst du nun kostengünstig mit deiner Filtersammlung adaptieren und verwenden. Ich nutze die ND-Filterpalette von Haida mit 77mm und bin sehr zufrieden damit.

 

Hat dir der Beitrag gefallen? Wann und wo nutzt du Neutraldichtefilter in der Fotografie?

Lass es mich wissen und schreibe deine Erfahrungen in die Kommentare!

 

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Grüße, Tim

 

 

 

 

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Mein bestes Objektiv für Portraits

In diesem - meinem ersten - Blogeintrag möchte ich euch mein bestes Objektiv für Portraits vorstellen. Warum gerade diese Linse und warum ich bei Portraitaufnahmen generell am liebsten auf Festbrennweiten zurückgreife, erfahrt ihr hier.

Meine Festbrennweiten: v.l.n.r. Canon 50mm 1.8 - Canon 85mm 1.8 - Sigma 105mm 2.8
Meine Festbrennweiten: v.l.n.r. Canon 50mm 1.8 - Canon 85mm 1.8 - Sigma 105mm 2.8

Ein großes Hauptkriterium zur Objektivwahl beim Fotografieren von Portraits ist bei mir die mögliche Offenblende. Schließlich möchte man den Charakter oder den gewünschten Ausdruck des Menschen in den Vordergrund stellen, das Gesicht soll dem Betrachter im Idealfall etwas "sagen".

Durch die offene Blende hat man gute Möglichkeiten, die Person vom Hintergrund freizustellen, sprich alles dahinter Befindliche in eine schöne Unschärfe verlaufen zu lassen, um nicht vom eigentlichen Motiv abzulenken.

 

Ein weiteres Kriterium ist für mich die Brennweite des Objektives. Im Brennweitenbereich von 50-105mm auf einem Vollformatsensor, kannst du meiner Meinung nach beste Ergebnisse erzielen, mit Offenblende freistellen und dein Hauptmotiv wird nicht zu stark verzerrt.

Wer schonmal mit einem weitwinkligen Objektiv oder sogar einem Fisheye Menschen fotografiert hat, kennt diese Verzerrung bestimmt und weiß wovon ich rede.

 

Wieso sind Festbrennweiten besser für Portraitaufnahmen geeignet?

 

Vielleicht ist es mit Sportlern zu vergleichen: der Zehnkämpfer, in diesem Fall das Zoomobjektiv, muss sich in allen 10 Disziplinen auskennen, Sprint, Weitsprung, Kugelstoßen, Stabhochsprung usw.

Wer kann sich vorstellen alle 10 Disziplinen perfekt zu beherrschen? Also ich nicht! Abgesehen davon, dass ich sowieso nicht der super Sportler bin :D

 

Im Vergleich dazu nehme ich mal den Turmspringer. Der Turmspringer trainiert Monate, Jahre lang dafür, eine perfekte Leistung zu bringen, die perfekte Choreografie zu üben, immer und immer wieder bis er perfekt ist, in dem was er tut.

Das ist unsere Festbrennweite. Sie wurde konzipiert, entwickelt und verbessert. Ein schönes Bokeh, ein schöner Schärfe- Unschärfeverlauf und ideale Schärfe auf der fest eingestellten Brennweite sind ihre Stärken. Perfekt für Portraits eben!

 

Angefangen habe ich, wie die meisten unter uns auch, mit der 50mm 1.8er Linse, in meinem Fall von Canon. Ideal zum ausprobieren und reinfinden und das für kleines Geld.

Mittlerweile kam noch eine 85mm 1.8er Linse dazu (mein Lieblingsobjektiv für Portraits), aus dem einfachen Grund, dass dieser Brennweitenbereich auf Vollformatsensor ideal für mich geeignet ist. Ich stehe nicht zu nah am Model, aber auch nicht zu weit weg. Man kommt dem Gegenüber nicht zu dicht und muss nicht laut schreien um sich unterhalten zu können.

Die 105mm 2.8er Optik von Sigma ist eigentlich eher für den Macro-Bereich geeignet, ab und an nutze ich sie trotzdem gerne für Portraits, weil das Bokeh einfach noch weicher sein kann wie bei den angesprochenen Canon Linsen.

 

Zusammenfassend nochmal meine Kriterien bei der Wahl zur besten Portraitlinse:

 

  • große Offenblende (F1.4 / F1.8 / F2.2 / F2.5)
  • Brennweite (50-105mm auf Vollformat)
  • Festbrennweite für ideale Schärfe, Schärfeverlauf, Bokeh

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Grüße, Tim

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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